Trends vs. Traditionen – Wie spannt man den perfekten Bogen?

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Ja, Nein, Ja, Nein, Ja, Vielleicht – Wer kennt diese typischen Hochzeitsbräuche nicht – ob Baumstammsägen, den Brautstrauß werfen, das Paar mit Reis oder Blütenblättern bewerfen, Hochzeitstauben fliegen lassen oder das gemeinsame Anschneiden der Hochzeitstorte? Und natürlich die Fragen, die sich jedes Brautpaar stellt: Will ich das wirklich? Plant meine Familie diese Bräuche ein? Müssen die Traditionen beibehalten werden?

Denn die Hochzeitsbräuche – stammend aus vergangenen Zeiten –  haben eine große Bedeutung für das Brautpaar. Sie sollen dem Paar für den gemeinsamen Weg Glück bringen und Leid von ihnen abwenden. Es gibt eine Vielzahl von Hochzeitsbräuchen, die sehr gern ihre Anwendung finden und aus der Hochzeit eine unvergessliche Feier machen.

Aber ganz ehrlich? Es muss nicht immer jeder Brauch berücksichtigt werden und ihr seid auch nicht verpflichtet, jede Tradition fortzuführen. Trotzdem gilt es jedoch zu wissen, dass die Bräuche und Traditionen auf Hochzeiten alles andere als von gestern sind und nicht zwingend der Vergangenheit angehören müssen.

In den letzten Jahren haben sich einfach nur neue Bräuche oder Traditionen entwickelt.  Aber trotzdem verschwinden dadurch die altbekannten Hochzeitsbräuche nicht von der Bildfläche. Ein Trend der sich mittlerweile an Beliebtheit erfreut, sind zum Beispiel Hochzeitsmandeln, welche man als Gastgeschenke perfekt auf den Tischen drapieren kann.

Gerade zu Beginn eines Jahres kann man überall Artikel zu den neuen Hochzeitstrends lesen – auf was es ankommt, was man auf jeden Fall haben muss und welche Trends auslaufen. Jedoch muss man sich nicht an die neuen Trends halten oder zwingend auf die alten Traditionen zurückgreifen, wenn man es nicht will. Ihr plant die Hochzeit schließlich für euch und nicht für die Gäste. Erfindet euch doch einfach neu – macht was Neues oder verbindet es mit dem Altbewährten.

Tradition – Ja oder Nein?

Machen wir uns nichts vor, aber Ansprüche können sich ändern – und das, was man früher mal ganz toll fand, muss nicht heute noch aktuell sein. Wir wollen nicht mehr unbedingt alle klassischen Bräuche auf unseren Hochzeiten, sondern mehr individueller sein und Trends setzen. Doch es ist nicht immer leicht, die Angehörigen und Freunde davon zu überzeugen, die sich für die Planung der Hochzeit schon an den altbekannten Traditionen festgebissen haben.

Aber was ist falsch daran, individueller zu sein und nicht das machen zu wollen, was alle anderen schon haben oder hatten? Euch sind sicher auch die Sätze wie: „Das macht man eben“ oder „Bräuche gehören zu einer Hochzeit dazu“ zu Ohren gekommen.

Es ist jedoch wichtig, dass ihr euch durchsetzt. Wenn ihr keine Bräuche wollt, dann ist das so und das müssen dann auch alle akzeptieren. Schließlich geht es hier um euren großen Tag – hier stehen eure Wünsche im Vordergrund. Eure Hochzeit sollte ja auch ein einmaliges Ereignis im Leben sein. Und nichts sollte euch diesen Tag verderben.

Informiert daher alle eure Gäste bereits im Vorfeld, dass ihr keine üblichen Traditions-Spiele auf eurer Hochzeit haben wollt und das sich auch alle daranhalten sollen. Denn eins steht doch fest und sollte nicht in Frage gestellt werden: Die Braut oder der Bräutigam sollten am Hochzeitstag nicht etwas tun müssen, was sie nicht wollen.
Und das haben alle – ohne Wenn und Aber – zu akzeptieren.

Zusammenspiel von Trends & Traditionen

Wenn man sich jedoch dazu entschlossen hat, den ein oder anderen Brauch zu integrieren, dann ist es wichtig, diese mit den neuen Trends zu vereinbaren und den perfekten Bogen zu spannen.

Eine Verbindung von alten Traditionen und neuen Trends würde dann auch die Familie etwas beruhigen. Somit gestaltet ihr auch eure Hochzeit ganz individuell und entwickelt vielleicht ganz neue Traditionen. Es ist doch auch viel schöner individuell zu sein oder was meint ihr?  Es kommt sowieso viel besser bei den Gästen an, wenn ihr der Hochzeit eure persönliche Note gebt. Schließlich ist alles erlaubt, was euch gefällt und zu euch passt.

Ich möchte mich hier gern auf drei ausgewählte Bräuche beziehen und euch kurz die alte Tradition mit neuen Inspirationen & Trends gegenüberstellen.

Den Brautstrauß werfen

Nach dem Brauch, ist es üblich, dass der Brautstrauß am Tag der Hochzeit vom Bräutigam abgeholt und zur Trauung mitgebracht wird. Während der gesamten Zeremonie trägt die Braut den Strauß bei sich, bis es Zeit wird, diesen zu werfen. Der Brautstrauß selbst soll heute die Braut vor allem schmücken. Beim Brautstrauß werfen stellt sich die Braut mit dem Rücken zu der Gruppe der unverheirateten weiblichen Gäste und wirft den Brautstrauß über die Schulter nach hinten. Die Frau, welche den Brautstrauß fängt, wird die Nächste sein, die heiraten wird.

Aber was wäre, wenn ihr dem Ganzen eine neue Symbolik verleiht und neue Ideen kreiert und umsetzt? Gestaltet das ganze doch einfach etwas neu. Ich selbst habe letztens über eine tolle Idee gelesen. Zum Beispiel wurden am Brautstrauß Bänder befestigt. Die unverheirateten Frauen haben sich um die Braut versammelt und hielten jeweils ein Bandende fest. Die Braut hatte nun die Aufgabe, alle Bänder, außer eins, durchzuschneiden.

Das Band was am Ende übriggeblieben ist, hat gewonnen und die unverheiratete Dame die das Band hielt bekam dann letztendlich den Brautstrauß. So erspart man auch den Freundinnen das peinliche rennen und springen nach dem Strauß.

Das Baumstammsägen & Die Braut über die Schwelle tragen

Beim Baumstammsägen ist es Brauch, dass das Brautpaar nach der Trauung und vor der gemeinsamen Feier mit den Gästen, das zersägen des Baumstamms als Hindernis zur Ehe überwinden muss – mit dem Ziel, den Stamm mithilfe einer Säge gemeinsam durchzutrennen. Teamwork ist hier gefragt. Das Brautpaar kann sich hier vor den Hochzeitsgästen unter Beweis stellen und soll zeigen, wie gut sie Aufgaben zusammen bewältigen können. Der Stamm wird als Symbol angesehen, denn im Leben gibt es oft Hindernisse, die das Paar nur gemeinsam überwinden kann. Das Baumstammsägen dient vor allem aber auch zum Vergnügen der Gäste.

Der Brauch, dass der Bräutigam die Braut über die Schwelle tragen soll, steht dafür, dass die bösen Geister die Braut nicht berühren können und dem Bräutigam so die Hochzeitsnacht nicht verderben. Symbolischer lässt sich dieser Brauch vor allem zelebrieren, wenn der Bräutigam die Braut über die Schwelle der Location trägt, statt später über die Türschwelle.

Wie wäre es jedoch damit, das Brautpaar gemeinsam durch ein Herz springen zu lassen? Nicht ganz so anstrengend wie das Baumstammsägen, ist zum Beispiel das gemeinsame Durchschneiden eines Herzens, was auf einem Bettlaken aufgemalt und von zwei Hochzeitsgästen hochgehalten wird. Hat das Brautpaar das Loch in Form eines Herzens durchgeschnitten, trägt der Mann die Frau hindurch. Somit macht ihr aus zwei alten Bräuchen, etwas Neues. Der Spaßfaktor wird auch hier definitiv nicht zu kurz kommen, wenn ihr dem Paar für das Duschneiden lediglich nur eine Nagelschere zur Verfügung stellt.

Heiraten in Weiß

Nehmen wir das Thema Brautkleid – Wie wir bereits festgestellt haben, gibt es am Hochzeitstag viele Bräuche und Traditionen. Eine Tradition, an der man nur selten etwas auszusetzen hat oder verändern will, ist das Brautkleid – ganz in Weiß.

Weiß als Farbe für das Brautkleid ist eigentlich kaum mehr wegzudenken und eine Tradition geworden seit dem 20. Jahrhundert. Doch wer glaubt, das weiß als Farbe für die Jungfräulichkeit oder Reinheit steht, der täuscht sich. Auch wenn man diese beiden Attribute mit dem weißen Kleid und der Braut in Zusammenhang bringt, liegt der wahre Ursprung in der Königsfamilie aus England. Königin Victoria ist laut einem Artikel im „Time Magazin“ daran schuld, dass Heiraten in Weiß zu einer Tradition geworden ist. Vorher war es wohl tatsächlich so, dass die Braut ein rotes Kleid zur Hochzeit trug. Da rot als romantische Farbe schlechthin galt und daher bei der Hochzeit nicht fehlen durfte.

Mit der heutigen Zeit gilt jedoch für die Braut: Egal, welche Farbe, Stil oder Form – sie darf DAS Kleid tragen, was sie tragen will. Ich sage nur Heiraten in Schwarz – warum nicht neue Trends setzen?

Wollt ihr also ein Trendsetter sein, dann heiratet in schwarz. Denn Farben sind mittlerweile ja auch Geschmackssache geworden. Wer also nicht in Weiß oder Creme heiraten will, der nimmt halt schwarz. Die Farbe soll dabei für Eleganz stehen. Auch wenn man diesen Trend vielleicht nicht im ersten Schritt mit Romantik in Verbindung bringt, so jedoch eindeutig mit Eleganz und einer Form von Klasse. Oder was meint ihr? Und mal ganz ehrlich, welche Braut möchte denn nicht elegant wirken?
Mehr über alte Traditionen & neue Trends könnt ihr in meinem nächsten Blogbeitrag erfahren.

Eure Nathalie Stäber

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