Wie viel wisst Ihr eigentlich über die gleichgeschlechtliche Ehe?

groom 848059 1280 1024x682 - Wie viel wisst Ihr eigentlich über die gleichgeschlechtliche Ehe?

Frau liebt Frau und Mann liebt Mann – Die gleichgeschlechtliche Ehe nimmt in Deutschland stetig zu und erfreut sich an einer stets steigenden Toleranz. Liebe kennt keine Grenzen – warum sollte also eine Frau keine andere Frau heiraten dürfen und ein Mann keinen anderen Mann? Denn bei der Liebe spielt es keine Rolle, welchem Geschlecht man angehört – genauso wie das Alter und die Religion keine Rolle spielen sollten.
Durch Gesetze, die sich in Deutschland geändert haben, werden nun auch die neuen Rechtsstellungen an die gleichgeschlechtlichen Ehen angepasst. Das führt natürlich dazu, dass es bestimmte Rechte und Pflichten gibt, die in der Ehe eingehalten werden müssen.

Eine Lebenspartnerschaft als Gegenstück zu der Eheschließung – Als Heirat wird die sogenannte „Verpartnerung“ von lesbischen Paaren oder schwulen Paaren bezeichnet. Denn es handelt sich hier um eine eingetragene Lebenspartnerschaft. Man sieht sie daher als Gegenstück zur Eheschließung. Bezeichnen tut man diese Lebenspartnerschaft auch als „Home-Ehe“. Auch in der „Home-Ehe“ kann die Zeremonie bundesweit stattfinden – Voraussetzung ist natürlich, wie bei der Eheschließung, dass beide Lebenspartner an der Zeremonie teilnehmen. Durchgeführt wird diese durch einen Standesbeamten. In Bayern ist es sogar möglich, die „Verpartnerung“ durch einen Notar durchführen zu lassen. Beide Lebenspartner dürfen jedoch in keiner noch anhaltenden Lebenspartnerschaft sein. Weiter muss das 18. Lebensjahr bei beiden Partnern erreicht sein und es muss vorgewiesen werden, dass es sich um keine Geschwister oder andere Blutsverwandte handelt.

Tatsächlich werden jedoch die Ehe und die eingetragene Lebenspartnerschaft rechtlich weitestgehend gleichgestellt – da gibt es kaum Unterschiede. Egal, ob es sich beispielweise um die Vermögensverhältnisse, die Sozialversicherungen oder um den Lebensunterhalt handelt. Das Lebenspartnerschaftsrecht findet seine Anlehnung nämlich an dem Eherecht. Wesentlich spannender und interessanter, sind die Unterschiede, in denen sich die gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft von der Ehe abhebt. Statt eine Ehe, wie die Ehegatten, führen die Partner eine eingetragene Lebenspartnerschaft. Die Heirat und Trauung findet sich auch hier wieder. Die Eintragung der Lebenspartnerschaft wird jedoch ins Lebenspartnerschaftsregister eingetragen, während sich die Ehe im Eheregister wiederfindet. Wenn man von Scheidung bei den Eheleuten spricht, heißt es wiederum bei den Lebenspartnern “die Aufhebung der Lebenspartnerschaft”. Ich möchte Euch auch gern in meinem Beitrag ein paar rechtliche Aspekte genauer erläutern:

Die Bestimmung des gemeinsamen Namens

In der gemeinsamen Lebenspartnerschaft, ist es den Lebenspartnern gestattet, sich einen gemeinsamen Namen auszusuchen. Diesen bezeichnet man auch als „Lebenspartnerschaftsnamen“. Ebenso kann durch eine Erklärung, der Geburtsname von einem der Lebenspartner bestimmt werden. Sollte bei einem der Lebenspartner der Geburtsname nicht gleichzeitig auch der „Lebenspartnerschaftsname“ sein bzw. werden, kann der Lebenspartner durch eine Erklärung den Lebenspartnerschaftsnamen dem Geburtsnamen voranstellen. Er kann jedoch auch den zurzeit geführten Namen dem „Lebenspartnerschaftsnamen“ anfügen oder vorwegnehmen. Sollte der „Lebenspartnerschaftsname“ jedoch aus mehreren Namen bestehen, gilt dies nicht. Hier könnte nur einer von den vielen Namen hinzugefügt werden.

Das Ausländerrecht in der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft

In der gemeinsamen Lebenspartnerschaft können die Lebenspartner genauso eingebürgert werden, unter den Voraussetzungen, wie es bei den Eheleuten der Fall ist. Die Vorschriften bezüglich des Familiennachzugs können ebenfalls auf den Lebenspartner ausgedehnt werden.

Sorgerecht / Adoptionsrecht

Auch das Thema Adoption spielt immer wieder eine Rolle. In Deutschland ist es bisher nicht erlaubt, dass eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft ein Kind adoptieren darf. Oftmals stellen sich hier viele Probleme in den Weg und nur mit Umwegen erreicht man manchmal eine Adoption. Laut Deutschem Gesetz, darf nur ein Partner das Kind adoptieren, der andere Partner hat lediglich die Möglichkeit, das sogenannte eingeschränkte Sorgerecht zu erhalten.

Aber Welche Rechte haben jetzt gleichgeschlechtliche Paare bei der Adoption genau?

Gleichgeschlechtliche Paare dürfen zwar in Deutschland heiraten, aber das Thema um die Adoption wird immer seine Benachteiligung finden. Denn nach wie vor ist es einem gleichgeschlechtlichen Paar nicht erlaubt, gemeinsam ein Kind zu adoptieren. Es gibt jedoch viele Möglichkeiten einer Adoption. Zum Beispiel, wenn ein Partner bereits ein Kind aus der vorherigen Beziehung mitbringt, kann der andere Partner aus der Lebenspartnerschaft das Kind adoptieren. Eine eingetragene Lebenspartnerschaft ist jedoch hier die Voraussetzung. Weiter muss der Partner, der als leibliches Elternteil gilt, das Sorgerecht allein für das Kind besitzen. Es spielt dabei keine Rolle, ob es sich um das eigene Kind handelt oder ob es adoptiert ist. Eine weitere Möglichkeit der Adoption, ist die „Sukzessivadoption“. Hier spricht man von einer Adoption, bei der ein Partner ein Kind adoptiert, welches bereits von dem anderen Partner adoptiert worden ist.

Jedoch ist es den gleichgeschlechtlichen Partnern auch möglich, im Ausland zu adoptieren. Auch wenn es in Deutschland nicht erlaubt ist, müssen die Behörden eine Adoption im Ausland anerkennen – wenn die Auslandsadoption nach dem dortigen Recht erfolgt und das Kind von beiden Partnern gemeinsam adoptiert worden ist.

Das Erbe und die Erbschaftssteuer

Ist die gemeinsame Lebenspartnerschaft nicht eingetragen – unabhängig davon, wie lange die Partner schon zusammenleben – gibt es einige Nachteile. So auch bei dem Thema Erbrecht. Tritt der Fall ein und der Lebenspartner sollte sterben und zudem gibt es keine Bescheinigung einer eingetragenen Lebenspartnerschaft ins Lebenspartnerschaftsregister, wird der Partner nicht berücksichtigt und hat somit keinen Anspruch darauf, als Erbe anerkannt zu werden. Auch ein Testament zu verfassen hilft hier oft nicht weiter. Bei eingetragenen Lebenspartnern liegt bei einer Erbschaft der Freibetrag bei 500.000 Euro. Bei den nicht eingetragenen Partnerschaften liegt er nur bei 20.000 Euro – hinzu kommt auch noch das entfallen von Steuervorteilen.

Krankenhausaufenthalt und Auskunft über den Partner

Hat man keine eingetragene Lebenspartnerschaft vorzuweisen und ist zudem nicht offiziell mit dem Partner verwandt, dann wird es schwer, bei Krankenhausaufenthalten des Partners Auskunft zu erhalten. Nur Angehörige bzw. Partner die eine eingetragene Lebenspartnerschaft ins Lebenspartnerschaftsregister vorweisen können, erhalten Informationen von den Ärzten über den Krankheitszustand. Hier empfiehlt sich immer eine sogenannte Vorsorgevollmacht auszufüllen, um auch die nötigen Informationen erhalten zu können.

Finanzielle Vorteile / Steuerliche Vorteile (Ehegattensplitting)

Hat eine sogenannte „Verpartnerung“ stattgefunden, werden die Partner automatisch – auch ohne Antrag – berechtigt, eine gemeinsame Steuererklärung abzugeben. Damit werden sie steuerlich wie eine Person behandelt. Somit kann man eine Menge Zeit und auch Steuern sparen. Abhängig ist das natürlich immer davon, wie die Einkommenssteuer berechnet wird. Dieses Rechenverfahren, um was es sich hier handelt, nennt man auch Ehegattensplitting.
Aber nun genug von den ganzen rechtlichen Angelegenheiten, die Trauung gleichgeschlechtlicher Partner soll ja schließlich etwas Schönes sein und in positiver Erinnerung behalten werden. Wollt Ihr das Ganze auf dem Standesamt also noch schöner werden lassen? Dann sorgt dafür, dass es ganz individuell durch persönliche Einflüsse gestaltet wird. Hier nehmt Ihr am besten den Kontakt zu dem Standesbeamten auf, der Euch auch trauen wird. Wichtig dabei ist, dass Ihr ihm viel über Euch, Eure Liebe und die glücklichsten Momente in Eurem Leben erzählt. Diese ganzen Informationen kann er dann bei Eurer standesamtlichen Trauung super in seiner Ansprache mit einbauen. Auch Eure Familien oder Freunde können sich hier gern beteiligen. Ob eine Rede oder eine kleine musikalische Aufführung, lassen die Zeremonie gleich noch viel persönlicher wirken. Lasst Eurer Kreativität also freien Lauf und sorgt dafür, dass der Tag der schönste in Eurem Leben sein wird. Nutzt dafür auch gern unser Portal, hier findet Ihr alle Dienstleistungen für Eure Hochzeit. Noch nie war Planung so einfach. Ihr werdet es lieben.

Ich hoffe, dass Euch der Beitrag gefallen hat und Ihr nun einen kleinen Einblick über die gleichgeschlechtliche Ehe bekommen habt. In Berlin gibt es mittlerweile auch viele Veranstaltungen für schwule & lesbische Paare. Hier könnt Ihr Euch viele Ideen und Inspirationen holen. Aber vielleicht hat auch jemand aus Eurem Freundes- oder Bekanntenkreis schon einmal geheiratet und kann Euch mehr über die gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft erzählen. Das schöne ist, dass es bei diesen „Verpartnerungen“ so gut wie keine festen Regeln und Vorschriften gibt oder Traditionen, die eingehalten werden müssen. Daher werden bei den Lebenspartnerschaften auch oft Experimente ausprobiert – was die Stimmung auf den Hochzeitsfeiern gleich noch ausgelassener gestaltet, als es sonst der Fall ist.

Autorin: Nathalie Stäber

 

Noch nicht genug gelesen, dann gehts hier weiter!

Modetrend in jeder Jahreszeit für die Braut. Je nach Jahreszeit kannst Du Deine Hochzeit unterschiedlich gestalten. Luftig und leicht oder rustikal und romantisch kommen Deko, Essen und auch die...
Schon mal was vom Rehearsal Dinner gehört? Es wird auch als entspannte Feier vor der Hochzeit bezeichnet. Gerade, wenn ihr den Abend vor eurer Hochzeit gemeinsam mit den engsten Freunden und Be...
Die Brautjungfern und ihre Aufgaben. Die Brautjungfern - oder auch Bridemaids genannt sind heute, oft neben der Trauzeugin, die wichtigsten Personen für die Braut, die ihre Unterstützung ...
Ehevertrag – Ja oder Nein? Ehevertrag – alles andere als romantisch. Schließlich heiraten wir doch aus Liebe – warum brauchen wir überhaupt einen Ehevertrag? Man kann also sag...

Visited 1153 times, 2 Visits today

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.